Pestizide machen Bienen orientierungslos

Gepostet von am Mai 4, 2014 in Bienensterben, Blog | Keine Kommentare

Pestizide machen Bienen orientierungslos

Was Imker schon lange wussten hat nun ein Team von Neurobiologen der FU Berlin nachgewiesen. Schon kleine Mengen von Pestiziden wirkten sich auf das Nervensystem der Bienen aus, so, dass diese dann den Heimweg zum Bienenstock nicht mehr finden. Der Effekt tritt dabei nicht nur bei den Honigbienen auf, sondern auch bei Wildbienen und Hummeln auf.

Die Ergebnisse der Studie des Neurobiologen Prof. Randolf Menzel wurden im Online-Fachjournal «PLOS ONE» veröffentlicht. In dem vom Team durchgeführten Experiment testeten die FU-Forscher die Wirkung der beiden derzeit verbotenen Pestiziden Imidacloprid und Clothianidin sowie des Pflanzenschutzmittels Thiacloprid. In einem ersten Schritt ließen die Forscher die Bienen eine Futterstelle 400 Meter entfernt vom Bienenstock direkt anfliegen, so, wie das im Normalfall bei jedem Bienenstock auftreten kann.

In einem zweiten Schritt, fingen die Forscher die Bienen nach dem Futtern ein, und ließen sie an mehreren versetzten Stellen frei: Nach dem Scheitern des direkten Heimflugs und kurzem Suchen orientierten sich die Bienen an ihrer inneren Landkarte neu und fanden trotzdem zum Stock zurück. Damit bewiesen die Forscher, dass Bienen stets anhand Ihrer inneren Landkarte ins Bienenstock zurück finden.

Um die Wirkung der Neonicotinoide nun zu überprüfen bekamen die Bienen an der Futterstelle geringe Mengen Pestizide verabreicht. Die Wirkung war deutlich: deutlich weniger Bienen fanden den Weg zurück zum Stock – und diese oft nur auf Umwegen. Eigentlich eine Wirkung, welche die Imker über die Jahre immer wieder unterstrichen haben, jedoch wissenschaftlich nicht konkret untersucht wurde.

Einen Nachteil haben die Ergebnisse dann aber doch: diese sind an einzelnen Bienen gesammelt worden. Ob die Effekte für ein ganzes Volk die gleichen sind mag für die Imker klar sein. In der wissenschaftlichen Welt muss auch dies aber noch bewiesen werden. Der zweite negative Aspekt ist, dass die untersuchten Pestizide auf der Liste der verbotenen Substanzen stehen. Was ist aber mit jenen die hierzulande nicht verbotenen Substanzen? Sind die genau so gefährlich? Und was ist mit der Menge? All das bleibt noch zu untersuchen, aber zumindest ein kleiner richtiger Schritt wurde hiermit gemacht. TOP! Und Danke an das Team um Prof. Randolf Menzel.

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